Modul Leuchtkasten / nomadin

Datum: Mai 13, 2010, 19 Uhr
Ort: Leuchtkasten / nomadin, Rastplatz K.U.L.M. / B54
Auf die Frage, welchen Stellenwert die Kunst im kulturellen und gesellschaftlichen Kontext besitzt, gibt es naturgemäß eine Reihe unterschiedlicher Antworten. Nicht zu vergessen ist dabei die Position der Künstlerin / des Künstlers, die durch ein persönlich definiertes Verhältnis zur Lebenswelt bestimmt ist.
Eine Reflexion über die Kunst ist in Zeiten, in denen sie zunehmend dem Wert der Waren, die freilich kostbar sein können, angepasst wird, von großer Bedeutung. Dem Blick auf ein gesteigertes Repräsentationsbedürfnis, dem künstlerische Werke neben Haus, Garten und Auto sichtbar Nahrung bieten können, steht als Wertmaßstab das „freie Wort“ der Kunst gegenüber, das eingedenk der politischen wie Werbebotschaften nirgendwo sonst gesprochen wird.
In einer Welt, in der Angst künstlich geschürt, Lebensqualität Wirtschaftsinteressen geopfert wird, das Unbekannte, das Fremde ausschließlich als Unsicherheitsfaktor eingestuft und mit Überwachungssystemen und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen bekämpft werden statt die erforschten Ursachen auszuschalten, kann die Kunst Zeugnis ablegen von einer Haltung, die sich nicht auf Reproduktionen von „öffentlichen Meinungen“ einlässt, die dem Publikum Anstoß zur persönlichen Überprüfung des Scheins und zur zumindest gedanklichen Weiterentwicklung des Seins gibt.
Werner Fenz
Bild: Originalhandschrift Hartmut Skerbisch


